In eigener Sache / Themen rund um die Pferdetherapie


Wie bei jedem Sportler, hat die Gesunderhaltung des Körpers auch beim  Pferd Priorität!

Auch Freizeitpferde sind Sportler - denn wir belasten den Körper auf eine Art, die die Natur dafür nicht vorgesehen hat! 

Richtiges, gesundes Reiten, bedarf schon mehr als den Part des Passagiers zu übernehmen. Es gehört ein grosses Wissen über die Bewegung und das Lernverhalten des Pferdes dazu um ein Pferd schadenfrei zu reiten. Schmerzen und Angst sind da die falschen Ansätze, genau wie Stress, Überforderung, übertriebene Härte, Egoismus und das erstreben gestellter Ziele, die das Mögliche des Pferdes überschreiten. 

 

Schliesslich ist der Körper des Pferdes nicht dazu erschaffen, Reiter zu tragen. Das Pferd sollte langsam an diese Aufgabe herangeführt und den Körper auf diese Aufgabe vorbereitet werden!

 

Blockaden, Verspannungen, Schmerzen und sonstige Läsionen im Bewegungsapparat, verhindern den Erfolg ein Pferd gesund auszubilden und zu reiten. Deshalb ist es nötig, das Pferd halbjährlich oder jährliche, einem Therapeuten vorzustellen, damit gewährleistet wird, dass das Pferd die vom Reiter geforderten Lektionen auch durchführen kann. 

 

Mehr als 80% der Reiter bemerken es nicht, wenn das Pferd  unter einer Läsion leiden. Denn der Körper des Pferdes ist ein wahrer Meister darin, dies zu kompensieren. Leider geht dies nur solange, bis ein irreparabler Schaden verursacht wurde. 

Ich bin schweizweit unterwegs und betreue Dich und Dein Pferd auch nach der Behandlung, damit eine erneute Läsion nicht entstehen kann. 

 

Für Termine meldet euch doch bitte per SMS/WhatsApp unter 079 626 46 67 oder per Mail.

 



***Westernsattel "anpassen" bzw. verändern!***

 

Über dieses Thema habe ich schon viel geschrieben. Dennoch gibt es immer wieder Pferdebesitzer, die sich zu diesem Schritt entscheiden. 

 

Letztens hatten wir wieder einen solchen Fall:

Das Pferd widersetzt sich, bockt und lässt sich fast nicht mehr reiten. Das Pferd hat entzündliche Stellen im Rücken, sichtbare Schmerzen und aufgrund dieser Problematik war die Vorhand, bzw. die ventrale und dorsale Stammgliedmassenmuskulatur überbelastet und es kam zu Lahmheiten. Biegung im Hals nur sehr schlecht möglich. Keine Reflexe im Lenden- bzw. Brustbereich, was ein "gesundes" Reiten verunmöglichte. 

 

Der Urheber wurde schnell gefunden….ein veränderter Westernsattel. Was wir gefunden haben, als wir ihn auseinander genommen haben, lies uns nochmals den Atem anhalten.

Auf den Bildern seht ihr die Polster die im Schulterbereich unter den Sattelbaum hineingeschoben wurden. Zwei verklebte Filzplatten die den Sattel weder passend gemacht noch dem Pferd einen Gefallen getan haben. 

 

Gut zu sehen ist, wie sich die Filzplatten ungleichmässig dem Pferd angepasst haben und eine gleichmässige Auflage verhinderten. 

Damit sich der Filz so verformen kann, muss eine imense Kraft ausgeübt werden. D.h. der Druck auf die Schulter, muss enorm gewesen sein!

Die linke und rechte Auflage wurden mit der Zeit verschieden dick, da Druck verschieden verteilt wurde. 

Durch das heben des Sattels im Schulterbereich, hat sich auch automatisch der Schwerpunkt des Reiters nach hinten geschoben und die Lendenspitzen wurden dadurch zu sehr belastet. Dem Pferd blieb also nichts anderes übrig, als den ganzen Körper anzuspannen damit es irgendwie die geforderten Lektionen durchführen konnte. 

 

Kein Pferd ist ganz gerade. Das weiss jeder. Aber mit einem passenden Equipment ist es dem Pferd möglich, bei gezieltem Aufbau, die schwache Seite aufzubauen. Dies ist leider bei diesem Versuch gründlich daneben gegangen und das Pferd geniesst erst mal eine längere Pause mit Therapie und Wiederaufbau. Vielleicht wird der Körper heilen, aber die Psyche des Pferdes, die den Reiter und das Reiten mit Schmerzen verbindet, wird womöglich für immer bleiben.

 

Bitte keine Veränderung am Sattel!

Barbara Gerber - Reit- & Sportpferdetherapeutin


***Bei Unsicherheiten lieber einmal mehr das Pferd vorstellen***

Pferde spüren sich manchmal nicht mehr - Sie toben umher, spielen mit den anderen, wälzen sich und erfreuen sich ihres Lebens. 

Glückliche Pferde sind ausgeglichener, haben mehr Motivation und erzielen die besseren Leistungen…..Das stimmt und wurde auch schon tausendfach bestätigt. Wann immer es geht, sollten Pferde draussen unter ihresgleichen sein.

Es birgt aber auch Gefahren….Schnell ist es passiert, dass ein Pferd beim Toben ausrutscht oder umfällt. Schnell ist es passiert, dass ein Pferd im Gerangel geschlagen oder gebissen wird und schnell ist es passiert, dass ein Pferd beim toben und bocken eine Blockade, eine Muskelverletzung oder eine Sehnenverletzung einfängt. Schläge und Bisse können schmerzhafte, tiefe Blutergüsse, Muskel- & Sehnenverletzungen oder Knochenbeschädigungen nach sich ziehen.

Wenn Pferde dann plötzlich - manchmal auch schleichend - unter dem Sattel klemmen, nicht mehr vorwärts gehen, Taktunrein laufen oder Unarten zeigen, sollten sie dringend dem Therapeuten vorgestellt werden. Auch wenn sie, so der Anschein, auf der Weide weiter toben und bocken. 

Es ist wichtig zu wissen, dass Pferde in solchen Situationen genug Adrenalin ausschütten um seine Beschwerden nicht mehr zu spüren. Denn Adrenalin gilt u.a. auch als körpereigenes Schmerzmittel.

Deshalb ist es wichtig, bei jeder Unsicherheit auf Seiten des Reiters, das Pferd vorzustellen.


***Wie weiter nach der Behandlung?***

Es ist wichtig, bei einem Pferd eine Blockade und eine Verspannung zu lösen. Denn vielfach geht das nicht mehr von selber und es ist dem Pferd dadurch nicht mehr möglich den Reiter "gesund" zu tragen. 

Sie fallen auf die Vorhand, der Kopf ist zu hoch, sie stolpern und knicken ein, sie haben Mühe in der Balance zu bleiben etc.

Das Richten eines Pferdes ist also sehr wichtig und trägt vieles zur Gesundhaltung des Pferdes bei.

Aber wie weiter nach einer Behandlung??

Das Aufbautraining nach einer Behandlung ist genauso wichtig wie das Richten selbst. Leider werden sehr viele Pferdebesitzer nach einer Behandlung sich selber überlassen. Dies führt leider in den meisten Fällen dazu, dass sich eine Blockade erneut am selben Ort bildet.

Es ist wichtig zu wissen, wie man nach einer Behandlung ein Pferd trainiert - und das nicht nur für die nächsten 2 Tage.

Wenn ich ein Pferd behandle, wirkt eine Behandlung sehr lange nach und es ist wichtig für 6-8 Wochen ein Aufbautraining zu machen. Natürlich kommt es immer darauf an, wie lange eine Blockade besteht: Wie länger ein Pferd mit einer Blockade geritten wurde, desto länger muss das Aufbautraining sein. Manchmal reichen da 6-8 Wochen nicht aus.

Manchmal ist das Verständnis für eine solch lange Rekonvaleszenzzeit nicht da. Viele Reiter gehen zu schnell wieder in die Tagesordung zurück ohne zu überlegen, dass ihr Pferd eine ganz neue Bewegung erlernen muss.

Zu vergleichen ist es etwa mit dem Schreiben. Ein Rechtshänder kann auch nicht nach zwei Tagen mit links eine Schönschrift hinlegen. Zu vertieft sind die alten Strukturen und Bewegungen mit der rechten Hand. Wenn wir als Mensch zum Chiropraktiker oder zum Physiotherapeuten gehen, haben wir danach das Verständnis wie wir weiter trainieren müssen.

Ein Pferd jedoch, kann nicht nachvollziehen warum es etwas neues lernen muss und warum es sich plötzlich anders anfühlt. 

Sein Bewegungsapparat hat sich an die Fehlstellung gewöhnt und es wird immer wieder versuchen in sein altes, nicht mehr erwünschtes Bewegungsmuster zu gelangen. Nur mit viel Gefühl, Zeit und den passenden Übungen ist es möglich, dies beim Pferd zu ändern.

Nach meiner Behandlung bekommt jeder Pferdebesitzer Anweisungen für die nächsten Wochen oder sogar Monate. Denn es ist nicht mein Ziel als Therapeut, dasselbe Pferd immer und immer wieder zu richten. Mein Ziel ist ein Pferd das sich gesund bewegt und ein Reiter der sich sicher fühlt in dem was er macht. Gerne unterstütze ich Dich auch im Aufbautraining auf dem Platz!

Ich bin auch nach der Behandlung für euch da - jederzeit!


***Frühlingszeit - Heisst auch aufpassen***

Jeder Reiter kennt es: Im Winter, wenn es früh dunkel wird, nass-kalt ist, der Boden gefroren ist und alle Reitplätze gesperrt sind, reitet man automatisch weniger oder geht dann eben mal nur im Schritt ins Gelände.

Dies führt dazu, dass sich die Muskulatur des Pferdes entweder zurückbildet (Muskelatrophie) und/oder sich der ganze Bewegungsapparat in den "Wintermodus" fällt. Deswegen ist es wichtig, bevor die Trainings- bzw. Turniersaison anfängt, oder man wieder lange Ausritte macht, das Pferd und sein Bewegungsmechanismus darauf vorzubereiten. 

Das Pferd gut aufzuwärmen, es wieder zu gymnastizieren, auf seine Atmung achten, nach dem Training abzukühlen und LANGSAM wieder an die Trainingsroutine zu gewöhnen, gehört selbstverständlich dazu! Das Pferd kann nicht von einem Tag auf den anderen zu einem Spitzensportler werden! Auch plötzliche lange Ausritte ohne das Pferd darauf vorbereitet zu haben, schadet dem Pferd.

Der Bewegungsablauf der Pferde ist sehr sensibel. Passt nur das kleinste Teil nicht, funktioniert er nirgends wo mehr richtig. 

Verspannungen und Blockaden beim Pferd gibt es das ganze Jahr. Aber im Frühling steigt die Anzahl rasant an. Vor allem wenn Pferde auf dem Eis ausgerutscht sind (auch nur minim), nicht viel bewegt worden sind, vorbelastet sind (Arthorse od. Alter) oder wie wir es kennen, einfach mal eine falsche Bewegung gemacht haben.

Deshalb empfehle ich die Überprüfung des Pferdes BEVOR die Saison wieder anfängt. Dies kann viele Kosten, Enttäuschungen und vor allem Schmerzen beim Pferd vermeiden!

Gerne komme ich vorbei und überprüfe den Bewegungsapparat Deines Pferdes. 


***Verschiedene Therapieformen***

Im Gespräch mit meinen Klienten kommen immer wieder die schlechten Erfahrungen mit Therapeuten zur Sprache. Nun ist es tatsächlich so, dass unser Berufsstand etwas auswuchert und viele Leute die einen oder zwei Wochenendkurse gemacht haben, selbständig als "Therapeut" arbeitet. 

Meistens mit zuwenig Wissen und keiner Kenntnis was alles falsch laufen könnte. So muss ich immer wieder solche Pferde nachbehandeln und tragen nicht selten Schäden und Schmerzen davon. 

Natürlich hat jede Therapieform ihre Berechtigung in diesem Gebiet - aber bei einem Pferd das Schmerzen hat weil ein Lendenwirbel blockiert ist, mit Räucherstäbchen wedelnd ums Pferd zu kreisen, ist nicht die richtige Lösung. 

Oder dem Besitzer eine Sehnenverletzung im Hinterbein diagnostizieren wenn das Pferd eigentlich einen Beckenschiefstand hat, ist auch nicht gerade förderlich für unseren Berufsstand.

So sehe ich fast jeden Tag von falschen Therapeuten geplagte Pferde und Besitzer die fassungslos dastehen wenn sie die richtige Diagnose erhalten und den Unterschied zu den Behandlungen und deren Ergebnisse sehen.

Es gibt sogar Leute, die lassen mich kommen um das Pferd zu begutachten, damit sie dann ihrem "Therapeuten" sagen können, was er behandeln soll - und das alles, weil er nicht in der Lage ist, das Problem selber zu finden.

Es liegt also in der Hand der Pferdebesitzer, welche Therapeuten sie an ihr Pferd lassen.